Apr 13, 2011
Sascha

Brodelt in der deutschen Hauler Szene gerade der nächste Bloggergate?

In der deutschen Hauler Szene brodelt der nächste Bloggergate: Ein weiterer Weg um mit YouTube Videos Geld zu verdienen, sind bezahlte Reviews zu gesponserten Produkten. Einnahmen auf diesem Weg zu generieren ist vor allem unter den Beauty Bloggerinnen sehr verbreitet. Nicht nur, aber in dieser Szene wurde in den vergangengen Tagen und Wochen über „gekaufte“ YouTuber diskutiert. Es geht darum, Produkte die man von Firmen bekommen hat in den Videos vorzustellen, oft erhält man für die Erstellung des Videos selber zusätzlich Geld. Scheinbar fehlt dabei aber oft die Transparenz, soll heissen die Produzenten/innen der Videos weissen nicht darauf hin, dass es sich um eine gesponserte Review handelt.

Deshalb auch die Anspielung auf den „Bloggergate“, welcher sich Anfangs Jahr durch die Blogsphäre zog. Dort ging es um nicht als Werbung gekennzeichnete Links und gesponserte Blogbeiträge: Die Kritik richtete sich dort hauptsächlich auf die Links welche der angelinkten Seite eine höhere Positionierung in den Google Suchergeniessen bescheren sollten, und nicht so sehr an die Beiträge oder beschriebenen Produkte und Unternehmen selber. Also in etwa so: bezahlte Reviews und Links ja, aber bitte nur entsprechend gekennzeichnet. Wobei natürlich auch bei entsprechender Kennzeichnung, das Problem der Suchmaschinen Manipulation noch immer nicht gelöst ist. Ein Link zählt, so lange er mit dem DoFollow Attribut versehen ist, gleich ob dort „Gesponserter Post“ steht oder nicht. Näher möchte ich darauf aber gar nicht eingehen, ich habe mich auch schon damals aus dieser Thematik rausgehalten. Mir ging es lediglich um den vergleich zur YouTube „Problematik“

Dort sind nämlich ähnliche Diskussionen im Gang. Angetrieben von der inzwischen ehemaligen YouTuberin „Lidschattensammlerin“ welcher aufgefallen oder der Auffassung war, dass viele ihrer Kolleginnen sich für ihre Videos von Kosmetik Firmen bezahlen lassen würden. Ihre Entdeckung und vieles mehr faste sie in einem langen Artikel mit dem Titel „Meckern über das Gejammer der YouTuberinnen“ zusammen. Die ganze Thematik kochte derart über, dass sie inzwischen den Hut gezogen hat, keine Videos mehr machen will und alle bestehenden Filme von YouTube runtergenommen hat. Lediglich ein 12 Sekunden dauerndes Abschieds Video findet sich noch auf YouTube, ihr Kanal wurde komplett entfernt und ist nicht mehr erreichbar. Was bleibt ist ein Blogbeitrag mit einer Stellungsnahme und zahlreichen YouTube Videos anderer User die möchten, dass „Lidschattensammlerin“ doch wieder Videos macht.

Und die viel wichtigere Einsicht, das Netz ist eine riesige Komerzmaschine und nicht mehr das Netz von, vor 10 Jahren als Webdesigner noch die Frage „was sollen wir den im Internet für was brauchen wir eine Homepage“ von Firmen beantworten mussten. Wie sehr wir es uns auch wünschen, dass es nicht so währe, rückgängig kann diese Entwicklung nicht mehr gemacht werden. Aber eigentlich will das wohl auch niemand rückgängig machen, wo währe das Netzt ohne die vielen Investitionen gewinnorientierter Unternehmen? In Bezug auf YouTube: ich glaube kaum das die ohne Einnahmen Server für die schirr unendliche Menge an Videomaterial zur Verfügung stellen könnten. Viel wichtiger, in diesem Zusammenhang ist doch, dass einem die Einflussnahme der Unternehmen in unseren digitalen Raum bewusst ist und das man auch darauf aufmerksam macht, dann kann nämlich auch ein jeder damit umgehen, ohne sich davon Beeinflussen zu lassen. Und deshalb haben auch die erwähnten Diskussionen ihre Berechtigung, überbewerten oder allzu ernst nehmen sollte man das ganze nicht.

Damit ist aber auch nicht gemeint, dass man alles einfach so hinnehmen und die Unternehmen gewähren lassen sollte: konkrete Fakten, lösungsansätzte und weiterführende Gedanken dazu findet ihr hier und hier.

Bild oben Via: Bloggergate

3 Comments

  • Wirklich Super! i like it! Wo ist denn der Facebook-Like-Button?

  • Wobei das noch einmal etwas „extremer“ als Bloggergate ist. Hier wurde ja direkt Werbung gemacht und Texte direkt vorgeschrieben. Hier kann man ja wirklich von Schleichwerbung reden, beim Bloggergate ging es ja nur um die Manipulation der Google-Ergebnisse. Ich kann die gute Frau „Lidschattensammlerin“ deshalb schon verstehen.

  • @Seobi: da hast du natürlich schon recht, der vergleich hinkt an manchen Stellen! Ich habe ja Eigangs Artikel, versucht die Parallelen und auch unterschied aufzuzeigen. In wie weit die Einflussnahme auf einzelne YouTuberinnen aber tatsächlich ging, kann ich nicht sagen. Aber im Fall von YouTube sind wir definitiv näher an Schleichwerbung, als man dies vom Fall Bloggergate sagen kann.

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