Mrz 10, 2012
Sascha
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KONY 2012 – Erfassung eines Massenmörders mittels Social Media

Es ist momentan das meist geteilte Internet Video: „KONY 2012“ 723 tausend Mal wurde es in den letzen 24 Stunden über Facebook geshared. Der Strom am Tweets reisst seit Tagen nicht ab und die Blogposts werden immer Zahlreicher. Der NGO Invisible Children Inc. dürfte der Titel des „Viralen Videos 2012“ jetzt schon sicher sein.

Invisible Children lud, als Teil ihre Kampagne zur Erfassung des Rebellenführers Joseph Kony am 5. März ein 30 Minuten dauerndes Video bei YouTube hoch. Auf der Video Plattform Vimeo.com ist der Kurzfilm bereits seit dem 20. Februar zu sehen. Geclickt wurde er allerdings kaum. Erst die geballte virale Kraft von YouTube, Twitter und Facebook verhalfen dem Video und damit der Kampagne zum Durchbruch. Der Zähler der YouTube-Views steht derzeit bei 62, 172, 848 (10.03.2012 10:00 Uhr) gestern Nacht waren es noch 55 Millionen Views.

KONY 2012 goes Viral

Einen grossen Teil des Erfolges verdankt das Video wohl der Tatsache, dass viele Stars wie Rihanna über Twitter den Link zum YouTube Video an ihre Follower weiter gegeben haben. Wenige Stunden später trat sie mit folgender Bitte an ihre Gefolgschaft heran: „BITTE geht auf invisiblechildren.com – selbst wenn es nur für 10 Minuten ist… Vertraut mir, ihr MÜSST darüber bescheid wissen!“ Auch der Teenieschwarm Justin Bieber beteiligte sich spontan an der Aktion und rief seine Fans auf: #STOPKONY. Haben sich erstmal die genanten- und andere Social Media Influencer an einer Kampagne beteiligt, ist der Selbstläufer eigentlich schon fast garantiert.

Aber wie werden die Influencer eigentlich auf eine Kampagne aufmerksam? Man schreibt sie einfach an – Möglichkeiten gibt es in Zeiten des Internets genug. Ob die dann aber im Gewünschten ausmass darauf regieren, bleibt fraglich. Schickt man aber eine ganze Arme los um die Stars ununterbrochen um Unterstützung zu betten, dann werden dies früher oder später darauf regieren.

Invisible Children hat dies ganz geschickt gelöst. Auf der Startseite kony2012.com haben sie eine Fotogalerie mit 32 Grössen aus Polit- und Show-Biz publiziert. Klickt man auf eines der Foto, öffnet sich ein Browser-Fenster zum Veröffentlichen eines Tweets mit vorgefertigten Nachrichten an die entsprechende Person.

Klickt man zum Beispiel auf das Foto von Lady Gaga erscheint die Meldung: „Help us end #LRA violence. Visit kony2012.com to find out why and how. @ladygaga join us for #KONY2012“ man braucht nur noch zu bestätigen und Lady Gaga sieht die neue Erwähnung auf Twitter.

Video: KONY 2012

Hintergrund der Aktion „KONY 2012“

Hinter dem Projekt“ KONY 2012“und der NGO Invisible Children Inc. stecken die beiden Filmemacher Jason Russell und Laren Poole. Die beiden reisten im Jahre 2003, mit dem Vorhaben den Völkermord in Darfur zu dokumentieren, das erste Mal nach Afrika. In dieser Zeit wurden sie auf die Machenschaften des ugandischen Anführers der Rebellengruppe „LRA“ aufmerksam. Joseph Kony hat im Jahre 1986 angeblich vom „heiligen Geist“ den Befehl zur Gründung der Gruppe erhalten. Die Gruppe verflogt das Ziel eines christlich-theokratischen Staat Uganda. Sie hat geschätzte 66.000 Kinder zwangsrekrutiert und zeichnet sich für die Vertreibung von 2 Millionen Menschen verantwortlich.

Ein grauenhafter Verbrecher, der schon seit einiger Zeit auf den internationalen Fahndungslisten steht. Jason Russell und Laren Poole haben es mit ihrem Video dank des Social Webs geschafft die Welt über die Taten des Joseph Kony`s und seiner Gefolgschaft zu informieren. Ob man dadurch seiner habhaft wird, steht aber noch in den Sternen. Joseph Kony soll sich schon seit langer Zeit nicht mehr in Uganda aufhalten – einiges soll sogar dafür sprechen, dass er gar nicht mehr am Leben ist.

Invisible Children Inc. und ihre Aktion in der Kritik

Kritik an der Aktion sowie an der sich verantwortlich zeichnenden Organisation gibt es freilich auch. In diesem Artikel stand für mich allerdings der Aspekt der Viralität der Kampagne im Vordergrund. Auf die Kritik einzugehen sprengt mein Limit an Zeit. Ich würde es aber begrüssen, wenn viele sich nicht blind an der Aktion beteiligen, sondern sich umfassender über die Hintergründe informieren würden. Als einstieg in die Thematik kann ich beispielsweise den Artikel auf Spreeblick.com empfehlen. Auch Zeitonline schreibt hier und hier.

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